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Sechs Japanische Keramikkünstler Der Neuen Generation

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HANDWERK: Sechs japanische Keramikkünstler der neuen Generation

Robert Yellin, Experte für japanische Keramik und Galerist sagte mir einmal, dass “Keramiken wie lebende Wesen” sind. Als ich an einem Nachmittag im Spätherbst seine Yakimono-Galerie in Kyoto besuchte, die sich in einem alten Stadthaus im Sukiya-Stil befindet, hatte ich in der Tat das Gefühl, dass die Objekte um mich herum lebendig waren und atmeten. Es waren alle möglichen Formen, Farben und Größen: irdene Bizen-Ware, große Tsubo-Gläser, hell-türkise Porzellanvasen und eher schlichte Raku-Teeschalen — jede einzelne von ihnen mit seiner eigenen Geschichte — geboren aus Erde und Feuer, sorgfältig und handgeformt.

“Die japanische Keramik ist wie ein Elfenbeinturm, der auf die Anfänge des ersten Keramikgefäßes der Menschheit zurückgeht und bis heute in Flair und Farbe blüht. Vielleicht hat kein anderes Land die Tiefe, Vielfalt und kulturelle Unterstützung der Töpferei wie Japan”, schreibt Robert Yellin in seinem Artikel. Dank einer langen und reichen Geschichte umfasst die magische Welt der japanischen Keramik eine breite Palette von Stilen; dennoch sind es die einfachen, rustikalen Stücke, die meine Liebe für dieses Handwerk entfacht haben.

Die Wabi-Sabi-Ästhetik — das Finden von Schönheit in der Unvollkommenheit — die im 15. Jahrhundert von dem Zen-Mönch Juko Murata in die Teezeremonien eingeführt wurde, ist ein wichtiger Aspekt der japanischen Kultur, Ästhetik und Kunst. Von Keramikkünstlern seit Jahrhunderten gefeiert, wurde die Wabi-Sabi-Tradition von einer neuen Generation zeitgenössischer Künstler fortgesetzt und im Einklang mit modernem Leben und Kultur weiterentwickelt. Mit weltweiten Ausstellungen von Kazunori Hamana und Yuji Ueda (kuratiert von Takashi Murakami) und Mode-Kollaborationen wie der jüngsten Vereinigung von Loewe und Takuro Kuwata erleben japanische Keramiken ein goldenes Zeitalter. Da die Auswahl aus so vielen eine unmögliche Mission zu sein scheint, stellen wir hier einige zeitgenössische japanische Keramikkünstler vor.

Kazunori-Hamana, Präfektur Chiba

Kazunori Hamana, ehemaliger Besitzer eines Vintage-Klamottenladens im tokioter Stadtviertel Harajuku, lebt jetzt in Isumi, einer kleinen Küstenstadt am Pazifik, wo er große Tsubo-Vasen herstellt. Als leidenschaftlicher Fischer und Sardellensaucen-Koch ist er inspiriert vom Meer, den Wäldern, der Natur und der Menschheitsgeschichte. Seine Keramiken sind hergestellt aus Ton und reifen im Freien um von den Kräften der Natur vollendet zu werden. Seine Keramikarbeiten spiegeln nicht nur traditionelle Handwerkskunst wider, sondern auch die natürliche Umwelt wo sie geschaffen wurden. Die unterschiedlich geformten und dimensionierten Stücke werden mit lokalen Materialien wie Metallen und Erde veredelt, während die natürlichen Risse, die aufgrund der langen Sonnen- und Windeinwirkung auftreten, von einem lokalen Kintsugi-Handwerker repariert werden.

Bildnachweis ©️ Kazunori Hamana

Takuro Kuwata, Präfektur Gifu

Wenn es einen japanischen Keramikkünstler aus der jüngeren Generation gibt, der einen ganz besonderen und individuellen Stil entwickelt hat, dann ist es Takuro Kuwata. Inspiriert durch Keramik aus der Momoyama-Periode, nordeuropäische Möbel und die Londoner U-Bahn, ist er bekannt für seine unvergessliche Interpretation der traditionellen Teeschale (die alles andere als traditionell aussieht). Die unregelmäßig und organisch geformten Gefäße sind mit Gold, Silber, leuchtendem Blau, Rot sowie anderen metallischen Farben glasiert und oft mit tropfenförmigen Abschlüssen verziert. Jedes Werk ist ein besonderer Ausdruck seiner Gefühle und völlig einzigartig.

Hier können Sie sich sein Interview mit Loewe ansehen

Bildnachweis ©️ Takuro Kuwata Inc.

Yuji Ueda, Präfektur Shiga

Kein Werk eines anderen zeitgenössischen japanischen Keramikkünstlers repräsentiert die Schönheit der Unvollkommenheit so gut wie das von Yuji Ueda. Yuji Ueda stammt aus einer Familie, die einen Betrieb für Teeanbau in Shigaraki besitzt, der als einer der sechs alten Brennöfe in Japan bekannt ist, und wurde bereits in jungen Jahren in die Welt der Keramik eingeführt. Nachdem er bei dem berühmten Keramikkünstler Yasuhisa Kohyama studiert hatte, entwickelte er seinen eigenen Stil und Prozess. Er baute seinen eigenen Anagama-Ofen (“Höhlenofen”), in dem er eine große Bandbreite von Größen (bis zu 2 Metern) unregelmäßig geformter Keramikarbeiten brennt und mit Glasuren experimentiert.

Bildnachweis ©️Yuji Ueda/Kaikai Kiki Co., Ltd.

Keita Matsunaga, Präfektur Gifu

Keita Matsunaga wurde in Ichinokura geboren, das für die Herstellung von Sake-Tassen bekannt ist. Nach einem Architekturstudium und unter dem Einfluss des Architekten Sou Foujimoto entschied sich Matsunaga stattdessen für den Weg der Keramikkunst, wie schon seine Eltern.

Natürlich blieb er weiterhin von der Architektur inspiriert und verwendet häufig Gipsformen um die perfekte geometrische Silhouette seiner Werke zu erreichen. Eine Reihe skulpturaler Werke ist von der Form menschlicher Hände inspiriert, die Wasser schöpfen — was auch die grundlegende Funktion eines Gefäßes ist.

Bildnachweis  ©️ Keita Matsunaga

Kazuhito Kawai, Präfektur Ibaraki

Die wilde und farbenfrohe Welt von Kazuhito Kawai ist inspiriert von der

Groteske, der Textur des Tons, der Harajuku-Kultur der 90er Jahre, Modedesignern wie Rei Kawakubo und John Galliano, zeitgenössischen Künstlern wie Anselm Kiefer und Impressionisten wie Monet.

Nach dem Studium der zeitgenössischen Kunst am Chelsea College of Art und einer anschließenden Tätigkeit als Geschäftsmann in Tokio entschied sich Kazuhito, in seine Heimatstadt Kasama zurückzukehren, die vor allem für ihre Keramik bekannt ist. Die Arbeit mit Ton und Glasur war ein persönlicher Durchbruch für Kazuhito Kawai. Er mag gelernt haben, ein Töpfer zu sein, aber seine Arbeit kann nun als zeitgenössische Kunst betrachtet werden; eine sehr einzigartige Übertragung des Wabi-Sabi.

Bildnachweis ©️ Kazuhito Kawai

Tomonari Hashimoto, Präfektur Shiga

Als einer der Finalisten des Loewe Handwerkspreises 2019 schafft Tomonari Hashimoto oft sehr große (bis zu 2 m) geometrische Kunstwerke aus Ton und veredelt sie mit metallischer Glasur. Dank des doppelten Brennvorgangs ist das Endergebnis sehr organisch und ein Ausdruck verschiedener Farben und Texturen. Er wuchs in Wakayama auf und war dort schon früh von Kunst umgeben, da sein Vater Bildhauer war. Seine Inspiration zieht er vor allem aus alter Kultur und traditioneller Architektur wie Tempel und Schreine.

Bildnachweis ©️ Tomonari Hashimoto

Über die Autorin:

Aiste Miseviciute, ehemaliges Supermodel und heute internationale Gastronomie-Botschafterin, hat über zehn Jahre damit verbracht, ihre kulinarische Plattform Luxeat auszubauen. Während ihrer Weltkarriere als Model entwickelte sie ein tiefes Interesse an verschiedenen Kulturen und Küchen. Aufgrund ihrer besonderen Vorliebe für Japan verschrieb sie sich dem Ziel, ein tieferes Verständnis der authentischen japanischen Kultur, Tradition und Handwerkskunst zu fördern und in Europa zu etablieren.

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